Frankreich, Niederlande und Belgien (EMIR)

Die Alexianer Martinistift GmbH bietet in Projektpartnerschaft mit der sozialpädagogischen Initiative EMIREUROPE individualpädagogische Maβnahmen im Ausland an.

Bereits seit 1994 besteht eine Kooperation zwischen unserer Einrichtung und EMIR. In Gastfamilien in Frankreich, Belgien und den Niederlanden haben bisher mehr als 50 Jugendliche vom Martinistift kurzfristig, oder auch für längere Zeit Aufnahme gefunden.

Die Betreuung, die überwiegend auf den Einzelfall ausgerichtet ist, erfolgt in Gastfamilien, die durch pädagogische Fachkräfte vor Ort begleitet und unterstützt werden. Sie richtet sich an Kinder und Jugendliche, die aufgrund schwieriger Lebensverhältnisse eine veränderte Lebenswelt für einen Neuanfang bzw. eine Neuorientierung benötigen.

Die Kinder und Jugendlichen finden in den professionell begleiteten Betreuungsfamilien einen stabilen Rahmen, um neue Lebensformen auszuprobieren, um eigene Bedürfnisse und individuelle Grenzen wahrzunehmen - fernab eingefahrener Konsum- und Ablenkungsmöglichkeiten. Im Vergleich zu Deutschland kann das Leben hier ruhiger, die Sozialstruktur klarer und weniger anonym sein. Die Sprachbarriere und die daraus resultierende anfängliche Isoliertheit bergen die Chance, beziehungsgestörten Kindern und Jugendlichen einen emotionalen Zugang zu den betreuenden Erwachsenen zu eröffnen. Erfahrungsgemäß entwickeln Kinder und Jugendliche durch einen solchen Aufenthalt im Ausland positivere Einstellungen gegenüber ihrem Leben in Deutschland. Sie werden darin unterstützt, ihre persönliche wie auch schulische/berufliche Perspektive zu erarbeiten und zu verfolgen.

 

Ziele und Zielsetzung

  • Jugendliche, die über Gruppenpädagogik nicht mehr zu erreichen sind, die mit den Anforderungen und dem Beziehungsgefüge einer Wohngruppe emotional überfordert sind und die Schwierigkeiten haben, in sozialen Bezügen angemessen zu handeln und sich zu verhalten
  • Jugendliche, die mit komplexen Heimstrukturen oder gesellschaftlichen Anforderungssituationen überfordert sind, sollen in einem überschaubaren lebensnahen Rahmen Eigenkräfte entwickeln, um ihren Alltag strukturieren und bewältigen zu können. Der Lebenszusammenhang von familienanaloger Beziehungsstruktur, Arbeit und Freizeitgestaltung, soll hierbei unterstützend wirken.
  • Jugendliche, die aufgrund ihrer Biographie eher die orientierende Begegnung und Auseinandersetzung mit Erwachsenen für ihre weitere Lebensperspektive benötigen als die Wohngemeinschaft einer Gruppe von Gleichaltrigen.
  • Jugendliche, deren Biographie momentan an einen Punkt angekommen ist, dass sie unbedingt eine „Auszeit” benötigen, die sie vom Druck gesellschaftlicher Anforderungen (z. B. Schule, Ausbildung) freistellt. Die für die Jugendlichen fremde - auch kulturell fremde – Umgebung soll dazu anregen, die eigene Situation realistisch wahrzunehmen und eigene Perspektiven zu entwickeln.
  • Beziehungsgestörte oder beziehungsenttäuschte Jugendliche können in einem kleinen familienanalogen Beziehungssystem Selbstwertgefühl und Ich-Stärke nachentwickeln und emotionale Sicherheit und Ermutigung erfahren.<.

 

Rechtsgrundlage

Rechtsgrundlage ist § 27 SGB VIII in Verbindung mit §§ 34, 35 und 41 SGB VIII. Des Weiteren gilt der jeweilige Hilfeplan gem. § 36 SGB VIII als verbindliche Grundlage für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.

 

Die Betreuungspersonen

Es wird im Einzelfall ausgesucht, welche Gastfamilie der individuellen Problemlage des jeweiligen Kindes oder Jugendlichen gerecht werden kann. Für alle Gastfamilien gilt jedoch, dass durch Akzeptanz und Wertschätzung in einem verlässlichen Setting Fehlentwicklungen korrigiert und Ängste reduziert werden sollen.

Die individualpädagogischen Standprojekte liegen in der Regel sehr einsam, fernab von städtischen Einflüssen. Sind aber durchweg verkehrstechnisch vor Ort, über Telefon oder Internet gut erreichbar.

Die spezielle fachliche und inhaltliche Ausrichtung und Leistung kann den individuellen Konzepten der einzelnen individualpädagogischen Gastfamilien entnommen werden.

 

Berater vor Ort

Um eine kontinuierliche Aufsicht und fachliche Begleitung des Hilfeprozesses zu gewährleisten, haben wir jeweils fachlich qualifizierte Berater vor Ort. Diese führen neben telefonischen Kontakten, mindestens einmal monatlich einen persönlichen Besuch der Kinder und Jugendlichen und den betreuenden Familien durch. In Krisensituationen kann er auch kurzfristig hinzugezogen werden und so unterstützend eingreifen. Die Standprojekte sind für die Berater alle schnell zu erreichen. Weiter organisiert werden gemeinsame Treffen der Betreuer und anderer am Prozess Beteiligter, um fachlichen Austausch und kollegiale Beratung zu initiieren. Die Berater fungieren in diesem Netzwerk als Schnittstelle der verschiedenen Ressourcen.

 

Leistungen des Trägers in Deutschland

Von Deutschland aus leiten und begleiten wir den Hilfeprozess in enger Absprache mit dem Berater vor Ort. Die Alexianer Martinistift GmbH als verantwortlicher Träger hält den Kontakt zu den beteiligten Jugendämtern und anderen Instanzen. Wir garantieren die Übersendung von Entwicklungsberichten und informieren über alle relevanten Ereignisse. Bei den Hilfeplangesprächen, nach Absprache im Herkunftsort oder im Gastland, entwickeln wir mit den Beteiligten notwendige Inhalte der Hilfe, leiten die Absprachen weiter und sorgen so für die Umsetzung. Die Rückkehr nach Deutschland mit einer evtl. Anschlussbetreuung wird frühzeitig in die Planung einbezogen. In Deutschland stehen wir den Eltern mit ihren Fragen und Sorgen zur Verfügung und leisten so einen Beitrag zur Stabilisierung der Maßnahme. Falls es sich als erforderlich erweist und lässt die Entfernung zum Wohnort dies zu, können wir eine intensivere Unterstützung der Eltern durch unseren ambulanten Dienst organisieren. Weitere (Zusatz)-Leistungen können je nach Gastfamilie individuell vor und während der Jugendhilfemaßnahme mit in das Betreuungssetting eingebaut werden:

  • Fernschule
  • Beschulung an Schulen im Gastland
  • zusätzlicher schulische Förderung vor Ort
  • Berufspraktika
  • Berufsausbildung

 

Entgelte

Den Entgeltsatz entnehmen Sie bitte unserer aktuellen Entgeltvereinbarung. Zusatzleistungen bedürfen der Absprache aller am Erziehungsprozess Beteiligter und müssen im Vorhinein durch den Kostenträger bewilligt werden. Des Weiteren gilt die Leistungsbeschreibung für Individualmaßnahmen im Ausland.

Angebote

/// EMIREUROPE

/// Angostura (Andalusien)

/// Keiko (Denia) folgt

/// Teneriffa

 

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Kontakt

Albert Rust

Dipl. Sozialarbeiter

Tel.: (02509) 88 28126

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